Beat Stories (kartoniertes Buch)

Cappers/Dückers/Huonder u a
ISBN/EAN: 9783936738360
Sprache: Deutsch
Umfang: 384 S.
Format (T/L/B): 2.4 x 19.1 x 12.2 cm
Einband: kartoniertes Buch
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Achtzig deutschsprachige Autoren begeben sich auf einen Trip, zurück in die Zeit der Beat- und Rockmusik der 60er und 70er Jahre. In persönlichen Erinnerungen werden Momente und Geschichten aus der eigenen Jugend lebendig, als ein einziger Song die ganze Welt retten konnte. Oder zumindest einen Sommerabend. Eine literarische Liebeserklärung an die beste Musik aller Zeiten, von den Stones über Iron Butterfly bis Leonard Cohen. Während der folgenden acht Sekunden Stille, während denen es aus den Lautsprechern leise brutzelte, betrat der Stripper die Tanzfl äche und nahm, während die ersten Takte von "Angie" liefen, die schönste Tänzerin in den Arm - und schön waren sie alle, die Drogenbräute 1974, du lieber Himmel, schön und gefährlich und geheimnisvoll wie tropische Blumen, und alle sind sie jung gestorben (...) und der Stripper war ihr König. Er trug ein Holzbein, einen mächtigen Schnurrbart und hatte "B-o-r-nto- be-w-i-l-d" auf die zweitvordersten Glieder seiner zehn Finger tätowiert. Eigentlich hieß er Werner Munzinger und war ein Ur- Ur-Neffe von Josef Munzinger, dem größten Sohn unserer Stadt und ersten Finanzminister des jungen Schweizerischen Bundesstaates von 1848. Als ich ihn kennen lernte, war ich ein Gymnasiastlein und er ein mächtiger Rocker mit Lederjacke und zahlreichen Tätowierungen, dem man auf Schritt und Tritt, zu jeder Tages- und Nachtzeit, in allen Gassen und auf sämtlichen Plätzen begegnen konnte. Wenn er im Ratskeller saß, konnte er unglaubliche Mengen Bier schlucken, und wenn es spät wurde, sprach er nur noch in Reimen. Ich erinnere mich, dass er einmal "Nichts für ungut, ein Bier ist kein Strohhut!" rief, ein anderes Mal "Gott sieht alles, nur nichts Dralles." aus: Alex Capus, Stones und Stripper
HERAUSGEBER Thomas Kraft, geboren 1959, Publizist, Veranstalter und Literaturkritiker, lebt in Herrsching bei München. Zuletzt erschien von ihm der Essayband "Schwarz auf Weiß: Warum die deutschsprachige Literatur besser ist als ihr Ruf" (2005) sowie das "Lexikon der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur" (2003).